Falsche und irreführende Aussagen zur Hochtontherapie, falsche Zuordnungen, Fehlinterpretationen, Missverständnisse

Falsche und irreführende Aussagen zur Hochtontherapie, falsche Zuordnungen, Fehlinterpretationen, Missverständnisse


Falsch bzw. unpräzise sind z.B. folgende Aussagen:
  1. "Hochtontherapie ist eine alternative Methode außerhalb der Schulmedizin"
  2. "Hochtontherapie = Schmerztherapie"
  3. "Hochtontherapie ist von der Reizstromtherapie zu unterscheiden"
  4. "Hochtontherapie ist hochfrequente Muskelstimulation"
  5. "Klassische Elektrotherapie = Reizstromtherapie"
  6. "Hochtontherapie stimuliert nicht Nerven und Muskeln, sondern sie wirkt primär direkt auf den Stoffwechsel der Zellen."
Richtigstellungen:
  1. Hochtontherapie ist eine Methode, deren Entwicklung auf wissenschaftliche Grundlagen zurückgeht, die größtenteils zum Stoff der vorklinischen Fächer gehören, in denen die Medizinstudenten im "Physikum" (1. Teil der ärztlichen Prüfung) geprüft werden, die zum Teil auch den klinischen Fächern Pharmakologie, pathologische Physiologie, Neurologie, klinische Neurophysiologie und "physikalische und rehabilitative Medizin" zuzuordnen sind. Somit ist die Hochtontherapie "ein Kind der Schulmedizin", allerdings ein vernachlässigtes, weil Medizinstudenten bisher weder in Elektrotherapie unterrichtet noch geprüft werden.

  2. Mit der Hochtontherapie lassen sich zwar auf sechsfache Weise Schmerzen lindern, doch gibt es zahlreiche andere Indikationen bzw. Behandlungsziele, bei denen Schmerzlinderung keine oder eine nur untergeordnete Bedeutung hat, zum Beispiel

    1. noch nicht-schmerzhafte diabetische Polyneuropathien
    2. Obstipation, Meteorismus
    3. Ödeme unterschiedlicher Genese
    4. Lähmungen (Zentrale und periphere Paresen)
    5. Juckreiz, Urticaria
    6. Muskelstimulation zum Muskelaufbau, zur Thromboseprophylaxe, zur Muskellockerung
    7. Beschleunigung der Knochenheilung
    8. Anregung der Diurese   

  3. Mit Hochtontherapie-Geräten lassen sich sowohl nicht-reizende als auch reizende Wirkungen differenziert einsetzen; Hochtontherapie-Geräte lassen sich folglich anstelle herkömmlicher "Reizstromgeräte" mit größerer Wirksamkeit und besserer systemischer und lokaler Verträglichkeit auch zur Reizung von Nerven und/oder Muskeln nutzen.

    Die für die trophikerhaltende Wirkung denervierter Muskeln angeblich unentbehrliche Reizung mit niederfrequenten Dreieck- bzw. Exponentialströmen führt im Gegensatz zur Reizung mit Mittelfrequenzströmen (zu denen die Hochtontherapie gehört) zwar zu Kontraktionen der denervierten Muskeln, verzögert aber die Zeit bis zu ihrer Reinnervierung, denn sich kontrahierende denervierte Muskeln bilden die zahlreichen, über ihre gesamte Oberfläche verteilten Acetylcholinrezeptoren, wo sie aussprossenden Endigungen motorischer Nervenzellen Gelegenheit bieten, neue motorische Endplatten zu bilden, wieder zurück.

  4. Mit niederfrequent modulierten Mittelfrequenzströmen, im Falle der Hochtontherapie niederfrequent simultan frequenz- und amplitudenmodulierten Mittelfrequenzströmen, lassen sich mittels sogenannter paradoxer Stimulation Muskelkontraktionen auf so angenehme Weise auslösen, dass viele Patienten während dieser manchmal sogar Muskelkater erzeugenden starken Muskelkontraktionen einschlafen. Diese besondere, bewußt gewählte Form der niederfrequenten Muskelreizung (mit 20 Hz, ) hat sich bereits zur günstigen Stoffwechselbeeinflussung von Diabetikern und sogar zur signifikanten Linderung von Schmerzen und bei längerer regelmäßiger Behandlung auch zur beginnenden Rückbildung anderer neurologischer Störungen wie des Vibrationsempfindens (Hypopallästhesie) und der pathologisch erhöhten Schwellen für Hochtonfrequenzströme bewährt. Diese in der Diabetologie erfolgreich eingesetzte Methode hat allerdings mit "Hochfrequenz" nichts zu tun. Hochfrequente Ströme können in der Elektrotherapie deswegen zur Wärmeapplikation genutzt werden, weil die Schwellen für die Erregung von Nerven und Muskeln so hoch liegen, dass hohe elektrische Leistungen ins Gewebe eingekoppelt werden können, ohne dass es zu Stromempfindungen, Muskelkontraktionen oder gar Schmerzen kommt.

  5. Hochfrequenztherapie (f > 100 bis 300 kHz), unmodulierte Mittelfrequenztherapie und Gleichstromtherapie (f = 0) als nicht zur Nerven- und Muskelreizung benutzte Formen der Elektrotherapie gehören ebenso zur klassischen Elektrotherapie wie die zahlreichen Formen der Reizstromtherapie. Die 1951 von NEMEC eingeführte Interferenzstromtherapie besitzt nicht-reizende und reizende Wirkungen.

  6. Mit der Hochtontherapie lassen sich wegen der mit steigenden Frequenzen ebenfalls steigenden Schwellen und wegen des nach den Gesetzen der Elektrizitätslehre abnehmenden kapazitiven Widerstandes problemlos höhere Leistungen ins Gewebe einkoppeln, weil "isolierende" Gewebeschichten vom mittelfrequenten Wechselstrom zunehmend leichter überwunden werden können. Die als "Isolatoren" fungierenden Zellmembranen sind für Gleichstrom fast undurchlässig, doch Wechselströme vermögen sie nach den Gesetzen der Elektrizitätslehre umso besser zu überwinden, je höher ihre Frequenz wird. An den von HiToP-Hochtontherapiegeräten angezeigten elektrischen Gewebe-Widerständen läßt sich beobachten, wie mit zunehmender Frequenz die Widerstände abnehmen. Die von V. EHEMANN beobachtete Zunahme der Zahl und der Größe der Mitochondrien von Nierenepithelzellen des Rattenkänguruhs in Zellkulturen unter dem Einfluß von Mittelfrequenzwechselfeldern bestätigen die Wirkung auf den intrazellulären Raum. Durch niederfrequent simultan frequenz- und amplitudenmodulierte Hochtonfrequenzströme lassen sich Nerven und/oder Muskeln in ähnlicher Weise reizen wie mit herkömmlichen Niederfrequenzströmen, allerdings wesentlich angenehmer. Mit Hochtontherapiegeräten lassen sich also sowohl Nerven und Muskeln reizen als auch die Zellen direkt beeinflussen.

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